Die Kfz-Versicherung
Unter dem Begriff der „Kfz-Versicherung“ versteht man im Allgemeinen die Kfz-Haftpflichtversicherung, oft in Verbindung mit einer Kaskoversicherung, aber auch andere Komponenten zählen dazu. Die KFZ-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland Plicht für alle Halter von Kraftfahrzeugen. Sie dient dem finanziellen Schutz von Unfallgeschädigten, vor allem geschädigten Dritten, und deckt meist eine hohe Summe ab, da Unfallschäden im Straßenverkehr auch schon mal in die Millionen gehen können. Alle anderen Autoversicherungen sind hingegen freiwillig.
Wer möchte, der kann sein Auto z.B. zusätzlich durch eine Kaskoversicherung – Teilkasko oder Vollkasko – gegen viele weitere Szenarien der Beschädigung schützen, wie etwa Brand, Marderbisse an der Verkabelung, Zusammenstöße mit Wild, Diebstahl oder Vandalismus. Eine extra Unfallversicherung ist ebenfalls eine beliebte Option und auch der Kfz-Schutzbrief, der Service- und Hilfeleistungen im Falle eines Schadens abdeckt, wird oft unter dem Dachbegriff der Autoversicherungen genannt.
Faktoren bei der Tarifgestaltung
Doch Kfz-Versicherungen sind recht teuer und die Tarife sind auch in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Dabei spielen zahlreiche Faktoren bei der Berechnung des Versicherungssatzes eine Rolle und kaum eine Versicherungsprämie wird anhand so vieler individueller Tarifmerkmale errechnet wie in der Kfz-Versicherung: Dazu zählen z.B. der Fahrzeugtyp, speziell der Wert des Gefährts, ob der Halter über eine Garage zum Unterstellen seines Wagens verfügt und ob er der alleinige Fahrer ist oder etwa andere Personen ebenfalls regelmäßig am Lenkrad sitzen. Auch die persönlichen Daten des Fahrzeughalters haben erheblichen Einfluss auf die Höhe der Versicherungsraten: Alter und Beruf gehen genauso in die Bewertung mit ein wie die Tatsache, ob in dem Haushalt auch Kinder leben. Schließlich spielen auch noch die geschätzte jährliche Kilometerleistung und der Wohnort eine wichtige Rolle in der Risikoeinschätzung der Versicherer.
Auch eine rücksichtsvolle und unauffällige Fahrweise kann den Beitragswert beeinflussen. Gerade eine makellose Bilanz, die sich über Jahre erstreckt, macht bei den Versicherungsgesellschaften stets einen guten Eindruck. In anderen Ländern hat der Fahrstil sogar noch erheblichere Auswirkungen auf die Versicherungstarife als es in Deutschland bereits der Fall ist – so etwa in Großbritannien oder den USA, wo die ursprünglich freiwillige "How is my driving?" Kampagne inzwischen von verschiedenen Versicherern unterstützt und sogar durch besondere Rabatte belohnt wird.
Direktversicherer oder klassische Anbieter
In letzter Zeit werden auch Direktversicherungen immer populärer. Dabei verzichtet die Versicherungsgesellschaft auf eine Niederlassung in Form einer Geschäftsstelle oder eines Außendienstes und bietet für ihre Kunden nur noch einen Telefon- oder Online-Service an. Der Vorteil ist eine schlankere Organisation, die Kosteneinsparungen ermöglicht, wodurch wiederum dem Verbraucher preisgünstigere Versicherungen angeboten werden können. Die Kosten für einen Vermittler oder Makler entfallen.
Verfügt der Kunde jedoch nicht über ausreichend Erfahrung in der Materie, so kann es schnell geschehen, dass er wichtige Passagen im dem oft sehr ausführlichen Vertragswerk übersieht und später überrascht ist, wenn es um die Regulierung im Schadensfall geht und bestimmte Leistungen doch nicht eingeschlossen waren. Da lohnt es sich zu überlegen, ob der persönliche Ansprechpartner als „Person des Vertrauens“ nicht doch manchmal die bessere Lösung wäre. So haben Direktversicherer und klassische Versicherungen beide ihre Vor- und Nachteile, die es gilt abzuwägen. Eine erste Übersicht geben hier auch Kfz-Versicherungstarifrechner im Internet, wo Kunden die Leistungen verschiedener Anbieter und Tariftypen direkt gegenüberstellen und sich gleichzeitig einen Überblick zum Preisniveau verschaffen können.