Typklassen

Für jedes einzelne Automodell erstellen die KFZ-Versicherer Statistiken hinsichtlich der Schaden- und Unfallbilanz und erhalten über diese „Typklassen“ einen Risikofaktor für ihre Tarifgestaltung. Die Typklasse kann je nach Marke und Modell mitunter für erhebliche Unterschiede bei den Versicherungsbeiträgen sorgen. Beim Erwerb eines Fahrzeugs (egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen) kann es sich daher lohnen, vorher die Einstufung in die jeweiligen Typklassen zu überprüfen und dies in die Kaufentscheidung mit einzubeziehen.



Welches Fahrzeug ist günstig, welches teuer?

Jede einzelne Variante eines Fahrzeugs ist unterschiedlich eingestuft. Hierbei ist es meist so, dass gerade höhere Motorisierungen teurer sind. Cabrios sind meist auch teurer als das vergleichbare Modell mit festem Dach, da Diebstahlschäden beim Cabrio oftmals mit einem aufgeschnittenem Dach verbunden sind, was teurer ist als eine zerbrochene Scheibe. Generell lässt sich jedoch nicht festhalten, dass hochwertige Fahrzeuge auch teuer in der Versicherung sind, denn oftmals werden sie wenig genutzt und stehen die meiste Zeit wohlbehütet in der Garage. Manchmal werden Fahrzeuge erst mit der Zeit teurer in der Versicherung, wenn sie als Gebrauchtwagen preiswert in der Anschaffung werden und z.B. in die Hände von Fahranfängern kommen.

Typklassen Kfz
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Woher weiß ich, welche Typklasse mein (gewünschtes) Auto hat?

Die genaue Typklasse findet man über die erweiterte Suche oder einfacher anhand der Schlüsselnummern auf der Website des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) oder in Versicherungsvergleichsrechnern . Hat das Fahrzeug keine Schlüsselnummer (diese ist dann im Fahrzeugschein ausgenullt) und ist es nicht über die erweiterte Suche zu finden, so wird es individuell eingestuft. Dies ist meist bei seltenen Fahrzeugen, den sogenannten „Exoten“, der Fall. Diese werden dann, nach Rücksprache über spezielle Abteilungen, von den Versicherungen individuell eingestuft.

Dies geschieht in der Regel auf Basis von Vergleichsfahrzeugen (wobei es durchaus vorkommen kann, dass bei unterschiedlichen Kunden der gleiche Fahrzeugtyp unterschiedlich eingestuft wird), manchmal aber auch anhand von Wertgutachten. Viele Direktversicherer wollen es meist vermeiden, diese Fahrzeuge zu versichern aufgrund des höheren Arbeitsaufwandes und eines potentiell höheren Schadenrisikos.

Typklassen Auto
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Wie wird die Typklasse ermittelt?

Vereinfacht erklärt, je weniger Schäden und je reparaturfreundlicher ein Auto ist, desto niedriger ist die Typklasse und desto geringer ist auch der Versicherungsbeitrag. In der Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen, in der Teilkaskoversicherung 24 und in der Vollkaskoversicherung 25 Klassen, wobei 10 jeweils die niedrigste Klasse ist.

Die Klassifizierung des Fahrzeugs ist in der Haftpflicht und Vollkaskoversicherung maßgeblich durch die Fahrweise beeinflusst, da sie hauptsächlich Verkehrsunfälle berücksichtigt. Die Einstufung bei der Teilkasko dagegen ist durch die Versicherungsnehmer kaum beeinflussbar, da sie überwiegend die Schäden aus Diebstahl (sowohl ganzer Fahrzeuge wie auch Teile wie Airbag oder Navi), Naturgewalten (z.B. Hagel) und Glasschäden (z.B. Steinschlag an der Windschutzscheibe) einkalkuliert. Die Einstufung in die Typklasse berücksichtigt die Schäden der letzten 3 Jahre und wird jährlich überprüft. Im Herbst (meist zum 01.10.) werden die Einstufungen vom GDV veröffentlicht und zum 01.01. wirksam.

Beispielrechnung

Ein 30 jähriger Versicherungsnehmer, der in der Hansestadt Hamburg erstmalig einen VW Golf VII versichern möchte, bezahlt eine jährliche Versicherungsprämie von 950,42€** für die Einstiegsmotorisierung mit 85 PS*. Entscheidet er sich stattdessen jedoch für die Spitzenmotorisierung des VW Golf mit 300 PS (R 4Motion, 5 Türer, Neuwagen) liegt der jährliche Versicherungsbeitrag bei 1.505,82 €**.

Typklassen Auto
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Tipps &Hinweise:
  • Informieren Sie sich vor dem Kauf, in welcher Typklasse die potentielle Wunschmarke und Modell eigestuft sind. Bereits unterschiedliche Motorisierungen oder Karosserievarianten können einen erheblichen Unterschied in der Prämie ausmachen.
  • Auch wenn jedes Fahrzeugmodell wieder anders liegt, so ist auch schon ein erster Blick auf die Tendenz der Typklassen nach Marken aufschlussreich für die Entscheidung.
  • Auch gibt es Unterschiede wie stark die einzelnen KFZ-Versicherer die Typenklasse mit in ihre Tarifierung mit einbeziehen. Ein Versicherungsvergleich ist daher immer ratsam.

* VW Golf VII 1.2 TSI BlueMotion Technology, Ausstattungsvariante Comfortline, 5-Türer, Neuwagen
** Basistarif bei der DA direkt, Bedingungen: 10.000 km jährliche Fahrleistung, ausschließlich private Nutzung, nächtlicher Abstellort öffentliche Straße, Vollkasko mit 300 € Selbstbeteiligung, Teilkasko mit 150 € Selbstbeteiligung, kein Wohneigentum, Versicherungsnehmer ist männlich und einziger Fahrer, Führerschein seit dem 18. Lebensjahr, Tarifgruppe Normaltarif


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