Autoversicherung - Tarifmerkmale vergleichen und sparen

Im Tarifdschungel bei der Autoversicherung gibt es vielfältige Möglichkeiten zu sparen und Extra Rabatte zu bekommen. Die nachfolgende Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, gibt jedoch interessante Anhaltspunkte. Zusätzlich kann es sich immer lohnen individuell bei seinem Versicherer anzufragen, ob es noch weitere Einsparpotentiale gibt.

Autoversicherung vergleichen
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Des Weiteren ist es immer von Vorteil verschiedene Anbieter zu vergleichen, da die einzelnen Preisunterschiede durchaus recht hoch ausfallen können. Bei allen Sparmöglichkeiten sollte jedoch bedacht werden, dass die Angaben der Wahrheit entsprechen müssen, ansonsten kann es spätestens im Schadenfall zu erheblichen Problemen kommen.



Schadenfreie Jahre / Schadenfreiheitsklasse

Während in der Teilkaskoversicherung der Beitragssatz immer bei 100% liegt, so richtet sich die Höhe des Beitrags in der Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung nach der Anzahl der schadenfreien Jahre, was einen beträchtlichen Unterschied in der Prämie ausmachen kann. 2011 wurde das Einstufungssystem der sog. Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen) geändert: Während bei den alten Verträgen der maximale Beitragssatz bei 245% lag, so liegt er aktuell bei nur noch 135%, die Prozentsätze des alten und neuen Systems sind jedoch nur bedingt vergleichbar, da sich die Grundprämie ebenfalls geändert hat. Nach dem neuen System liegt der Beitragssatz nach 5 schadenfreien Jahren bei 45%, nach 10 Jahren bei 36%, der niedrigste Beitragssatz, 20%, ist nach 35 schadenfreien Jahren erreicht. Nach jedem Schaden wird man zurückgestuft und muss einen höheren Beitrag zahlen - um wie viele Klassen ist abhängig von den schadenfreien Jahren, die die Versicherer in speziellen Tabellen aufbereitet haben. Die Schadenhöhe ist dabei unerheblich. Daher kann es sich lohnen, einen Bagatellschaden selbst zu tragen, um den Schadenfreiheitsrabatt zu erhalten. 
 

Rabattretter

Um eine Hochstufung im Schadenfall und somit einen höheren Beitrag in den Folgejahren zu vermeiden, bieten viele Versicherer einen Rabattretter (z.B. ein Unfall pro Jahr frei. Manche Versicherer bieten sogar bis zu 3 Schäden ohne Rückstufung an) gegen Aufpreis an. Nachteil ist, dass man nach einem Schadenfall an die Versicherung gebunden ist, denn der Rabattretter gilt nur bei dieser Versicherung, beim Wechsel geht er verloren und es erfolgt einen Hochstufung.
 

Selbstbeteiligung

Als Faustregel gilt hier, je höher die Selbstbeteiligung bei der Kaskoversicherung im Schadenfall, desto günstiger die Versicherungsprämie, üblich ist es in der Teilkasko eine geringere Selbstbeteiligung von z.B. 150 Euro oder auch 0 Euro zu wählen und in der Vollkaskoversicherung eine etwas höhere von 300 oder 500 Euro. In der Haftpflicht gibt es in der Regel keine Selbstbeteiligung.
 

Regionalklassen

Einen erheblichen Einfluss auf die Höhe der Prämie hat die sog. Regionalklasse, die die Kfz-Schadenhäufigkeit in der Region widerspiegelt, in der das Auto zugelassen wird. Hierfür werden die 444 Zulassungsbezirke anhand von verschiedenen relevanten Merkmalen (Unfälle, Diebstähle etc.) bewertet und eingruppiert. Besonders teuer sind hierbei meist Großstädte.
 

Typklassen

Über die sog. Typenklassen haben auch das Fahrzeugmodell und seine Motorisierung Einfluss auf die Versicherungsprämie. Jeweils in der Haftpflichtversicherung, Vollkasko- und Teilkaskoversicherung wird das Fahrzeug und seine einzelnen Motorisierungen bzw. Ausführungen (z.B. Cabrio, Limousine oder Kombi) je nach Schadenhäufigkeit in eine von bis zu 25 Typklassen einsortiert.
 

Berufsgruppen

Manche Berufsgruppen werden günstiger eingestuft als andere. Früher gab es hierfür eine verpflichtende Kategorisierung (A, B, D, R), dies ist mittlerweile jedoch nicht mehr der Fall. Typische Berufsgruppen, die meist besonders günstige Tarife erhalten sind Beamte. Es kann sich durchaus lohnen, für den eigenen Beruf verschiedene Bezeichnungen beim Versicherungsvergleich auszuprobieren. So kann beispielsweise der IT-Experte gleichzeitig Angestellter sein und zwischen den beiden Berufsbezeichnungen kann durchaus ein Unterschied in der Versicherungsprämie bestehen.
 

Fahrerkreis / Alter / Fahranfänger

Bei Vertragsabschluss wird der Kreis der Personen festgelegt, dem es erlaubt ist, das Fahrzeug zu bewegen. Je kleiner der Kreis desto geringer der Beitrag, da die Versicherer davon ausgehen, dass die Personen das Fahrzeug gut kennen und Schäden aufgrund mangelnder Erfahrung mit dem Fahrzeug seltener vorkommen. Üblich sind Beschränkungen auf den Versicherungsnehmer, Partner und eigene Kinder. Wenn die angegebenen Fahrer alle über 25 Jahre alt sind, gibt es in der Regel einen Nachlass, da von den Versicherern eine höhere Fahrpraxis unterstellt wird. Andererseits müssen Senioren ab einem gewissen Alter meist einen Aufschlag zahlen, da es mit zunehmendem Alter statistisch gesehen häufiger vorkommt, dass die Reaktionsfähigkeit oder das Sehvermögen nachlässt. Für junge Fahrerinnen / Fahrer kann es sich lohnen, das erste Auto als Zweitwagen über die Eltern zu versichern. Der Zweitwagen wird nicht mit der gleichen Prämie wie der Erstwagen versichert, die meisten Versicherer bieten jedoch einen erheblichen Nachlass. Einen Bonus von bis zu 15% offeriert Axa jungen Fahrern bis 25 Jahren, wenn sie den Axa DriveCheck nutzen, eine App, die den eigenen Fahrstil analysiert.

Unfall Autoversicherung
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Jährliche Kilometerleistung

Die Versicherer haben unterschiedliche Kategorien für die jährlichen Fahrleistungen, die entweder einen Abschlag oder einen Zuschlag auf die Prämie zur Folge haben. Die Faustregel ist dabei: Wer wenig fährt, bei dem ist das Schadenrisiko und somit die Prämie günstiger. Sollte die Fahrleistung geringer sein, als ursprünglich im Versicherungsvertrag angegeben, so zahlen manche Versicherer auf Anfrage den zu viel gezahlten Beitrag zurück. Beim Festlegen der jährlichen Fahrleistung sollte man vorher nach den Kilometergrenzen schauen, bei denen die Anbieter einen Preisunterschied im Tarif machen. Typische Grenzen der Kilometerklassen sind 6.000 km, 9.000 km, 12.000 km, 15.000 km, 20.000 km und 25.000 km. So ist es z.B. (tariftechnisch) ungünstig anzugeben, dass man 12.500 km im Jahr fährt, denn dann fällt man gerade in die teurere Klasse. Bei 12.000 km rutscht man dafür dann direkt in die billigere. Ob man 14.500 km oder 14.000 km angibt, macht hingegen keinen Unterschied, weil man hier keine Grenze der Kilometerklassen überspringt.
 

Gewerbliche / private Nutzung

Für gewerblich genutzte Fahrzeuge ist die Prämie in der Regel teurer als für ausschließlich privat genutzte Fahrzeuge, wobei es im letzteren Fall einen Unterschied machen kann, ob das Auto auch für die Fahrt zur Arbeit genutzt wird oder nicht.
 

Zahlungsweise

Die Versicherungen bieten unterschiedliche Zahlungsweisen an: Monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder die Zahlung direkt für das ganze Jahr. Am günstigsten ist die Zahlung einmal im Jahr. Manche Versicherungen honorieren es auch zusätzlich, wenn die Zahlung nicht auf Rechnung erfolgt sondern eine Einzugsermächtigung erteilt wird. Eine Ersparnis von 5% ist hierbei möglich, was angesichts des derzeitigen Zinsniveaus nicht zu verachten ist.
 

Abstellort / Garage

Kunden, deren Auto in der Nacht für gewöhnlich in einer Garage abgestellt wird, dürfen sich in der Regel über einen zusätzlichen Rabatt freuen, da das Risiko eines Diebstahlschadens über Nacht dort geringer ist. Manche Versicherer unterscheiden hier noch, ob es sich um eine Einzel-, Doppel- oder Sammelgarage (z.B. Tiefgarage) handelt. Nachlässe gibt es meist auch für das Parken unter einem Carport oder auf dem eigenen Stellplatz.
 

Alter des Fahrzeugs / als Neuwagen gekauft

Viele Kfz-Versicherungsunternehmen geben einen Nachlass, wenn das Fahrzeug noch relativ neu ist bzw. als Neuwagen gekauft wurde, da sie davon ausgehen, dass mit einem neuen Auto noch vorsichtiger gefahren wird.
 

Werkstattwahl / Werkstattbindung

Sparen lässt sich in der Regel, wenn man im Schadenfall (Kaskoschäden) auf die freie Werkstattwahl verzichtet und sein Auto in der Vertragswerkstatt der Versicherung reparieren lässt. Diese Werkstätten werden von den Versicherern meist durch Ausschreibungen ermittelt und erhalten Verträge mit einer gewissen Laufzeit. Der Stundenverrechnungssatz ist für die Versicherer günstiger als in anderen Werkstätten und dieser Preisvorteil wird an den Kunden in Form eines günstigeren Versicherungstarifs weitergereicht. Meist handelt es sich dabei um freie Werkstätten, manchmal aber auch um Markenwerkstätten der Hersteller. Dass es sich dann dabei um Vertragswerkstätten der eigenen Pkw-Marke handelt wäre Zufall und eher selten. Vor der Wahl dieser Option im Versicherungstarif kann man sich bei der Versicherung erkundigen, wer derzeit die Vertragswerkstatt in der Nähe des Wohnortes ist. Allerdings kann diese sich durchaus während der Laufzeit des Versicherungsvertrages ändern.

Vertrag Autoversicherung
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Immobilienbesitzer

Immobilienbesitzer, die dazu in der eigenen Immobilie wohnen, erhalten meist einen Nachlass gegenüber Mietern. Dies beruht auf statistischen Auswertungen der Versicherungsanbieter, die besagen, dass Wohnungs- bzw. Hauseigentümer sorgfältiger mit teurerem Besitz wie Autos oder Immobilien umgehen.
 

Bahncard / ÖPNV

Besitzern einer Bahncard oder eines Abotickets für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gewähren manche Versicherungen einen Nachlass und erkennen damit an, dass die Kunden nicht immer auf das Auto zurückgreifen. Da diese Kunden einen Verkehrsmix nutzen, ist somit das Schadenrisiko ebenfalls reduziert, gleichzeitig bleiben sie aber dennoch mobil.

 
Weitere Spartipps
  • Viele Versicherer gewähren Kunden, die bereits weitere Versicherungen bei dem gleichen Unternehmen haben, einen Rabatt
  • Für die Kündigung des Versicherungsvertrages und den Versicherungswechsel ist der 30.11. in jedem Jahr der Stichtag. In den Wochen vor diesem Zeitpunkt sind die Versicherer meist sehr gesprächsbereit, es kann sich insbesondere dann lohnen Vergleichsangebote einzuholen und/oder den eigenen Versicherungsvertrag nachzuverhandeln. Ein Gutschein oder Treueprämie wäre hier ggf. drin
  • Manche Versicherer, insbesondere Direktversicherer, gewähren bei Neuabschluss eine Prämie beispielsweise in Form von Payback-Punkten. Auch ein Blick auf Cashback-Portale wie qipu ist lohnenswert. Ein Neuabschluss hierüber kann durchaus Rückerstattungen bis zu 20-30 Euro bringen
  • Schadenfreie Jahre honoriert z.B. die Direktversicherung CosmosDirekt in bestimmten Tarifen zusätzlich. Pro vollem schadenfreiem Kalenderjahr sammelt der Versicherungsnehmer ein Guthaben von 50 Euro auf die Selbstbeteiligung an (maximal in Höhe der vereinbarten Gesamt-Selbstbeteiligung), welches im Schadenfall die Selbstbeteiligung reduziert. D.h. hat man nach 3 schadenfreien Jahren bei einer Selbstbeteiligung von 150 Euro einen Schaden, so wird die Selbstbeteiligung vollständig aus diesem Guthaben bezahlt


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