Freisprecheinrichtung - Handy im Auto nutzen

Mit der Einführung des D-Netz sowie später des E-Netz in den 90er Jahren und den daraus resultierenden günstigen Tarifen und Gerätepreisen hat die Verbreitung von Mobilfunk deutlich zugenommen. Aufgrund der gestiegenen Nutzung von Handys im Auto hat der Gesetzgeber im Jahr 2000 reagiert und das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt untersagt.

Zum 19.10.2017 wurde die gesetzliche Regelung verschärft, so war bislang beispielsweise noch explizit das Mobil- oder Autotelefon genannt, nun bezieht sich das Verbot auch auf weitere elektronische Geräte wie z.B. das iPad. Früher reichte es, wenn der Motor z.B. an der Ampel durch die automatische Start-Stop-Funktion abgeschaltet war, nun muss er vollständig ausgeschaltet sein. Ausserdem wurde das Bussgeld erhöht.

Handy am Steuer
© wolterfoto

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) § 23 (1a) heißt es: „Wer ein Fahrzeug führt, darf ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient oder zu dienen bestimmt ist, nur benutzen, wenn 1. hierfür das Gerät weder aufgenommen noch gehalten wird und 2. entweder a) nur eine Sprachsteuerung und Vorlesefunktion genutzt wird oder b) zur Bedienung und Nutzung des Gerätes nur eine kurze, den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen angepasste Blickzuwendung zum Gerät bei gleichzeitig entsprechender Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen erfolgt oder erforderlich ist. ...“

Die Zuwiderhandlung kostet zurzeit 100 Euro, außerdem wird 1 Punkt dem Konto im Fahreignungsregister in Flensburg belastet. In Verbindung mit Gefährdung beträgt das Bussgeld 150 Euro, bei Sachbeschädigung 200 Euro. In den beiden letztgenannten Fällen gibt es 2 Punkte in Flensburg und es wird ein Fahrverbot von einem Monat verhängt. Auch mit dem Fahrrad ist es nicht erlaubt, das Verwarngeld liegt hier derzeit bei 55 Euro, Punkte gibt es hier jedoch keine.

Die Ablenkung durch Nutzung des Mobiltelefons am Steuer ist groß und während früher das reine Telefonieren am Steuer das größte Problem war, so ist heute die Ablenkung durch die Nutzung des Smartphones z.B. das Abfragen von Emails oder das stöbern in den sozialen Netzwerken ein großes Sicherheitsrisiko. Wie NRW-Innenminister Jäger bei der Vorstellung der Unfallstatistik 2015 feststellte ist Alkohol als Unfallursache rückläufig, die Nutzung des Smartphone als Unfallursache jedoch stark steigend. Die Polizei erwischte außerdem 2015 fast 12% mehr Verkehrsteilnehmer mit dem Mobiltelefon am Steuer als im Vorjahr. Auch die Zahl der sichergestellten Mobiltelefone nach Verkehrsunfällen stieg an. Nachfolgend beschreiben wir, wie das Handy im Fahrzeug sicher genutzt und untergebracht werden kann.



Handyhalterung, Freisprecheinrichtung und Ladekabel

Smartphone bzw. Handyhalterungen sind mittlerweile meist nicht mehr gerätespezifisch, sondern für eine Vielzahl von Geräten – abhängig von ihrer Größe - universal passend. Zur sicheren Befestigung gibt es verschiedene Möglichkeiten, am weitesten verbreitet ist die Befestigung mittels Saugnapf an der Windschutzscheibe. Weitere Möglichkeit sind spezielle Klammern mit denen die Halterung an den Lüftungsdüsen eingeklemmt werden kann. Für Fahrzeugtypen, die in hohen Stückzahlen verkauft werden, sind fahrzeugspezifische Lösungen (Halter / Konsolen) von Anbietern wie Brodit oder Kuda im Angebot, deren Halterungen sich am Armaturenbrett befestigen lassen und auch ohne Probleme wieder entfernt werden können.

Handynavigation
© Fotolia / blackday

Als einfache und ohne Werkstattaufenthalt nachrüstbare Freisprecheinrichtung bieten sich Systeme an, die als kleine Box an der Sonnenblende befestigt werden, oder Headsets, die schnurgebunden sind bzw. schnurlos per Bluetooth funktionieren. Gerätespezifische Fahrzeugeinbausätze wie sie zum Nachrüsten oder teilweise sogar direkt ab Werk jahrelang z.B. für das Businesshandy Nokia 6310i erhältlich waren, spielen kaum noch eine Rolle, Grund dafür sind der technische Fortschritt und die immer kürzeren Modellwechsel der Mobiltelefonhersteller. Für höherwertige Fahrzeugtypen sind manchmal noch gerätespezifische Ladeschalen für die vordere Mittelarmlehne erhältlich.

Während früher Mobiltelefone zum Teil nur einmal in der Woche geladen werden mussten, so haben Smartphones durch ihren Bildschirm und zahlreichen Funktionen einen ganz anderen Strombedarf. Sie müssen meist einmal am Tag geladen werden, bei Nutzung als Navigationssystem kann der Akku sogar innerhalb weniger Stunden leer sein, so dass es sich anbietet das Smartphone per Ladekabel im Auto aufzuladen, hierfür verfügt praktisch jedes Auto über eine 12 Volt Steckdose, den Zigarettenanzünder oder einen USB – Anschluss.


Nützliche Apps für’s Auto: Navi, Dashcam & Co.

Natürlich werden auch immer Funktionen und Apps immer interessanter und relevanter für die Nutzung im Straßenverkehr. Solange dies nicht während der Fahrt passiert, sondern über Sprachsteuerung bzw. ohne Ablenkung möglich ist, so kann man sich sicherlich die ein oder andere App zunutze machen, die auch zur Sicherheit im Straßenverkehr beiträgt. Sehr verbreitet sind vor allem Navi-Apps, durch die sich die Anschaffung alternativer Techniken/Geräte erübrigt und somit Platz und Kosten gespart werden können. Immer beliebter werden auch Dashcam-Apps. Obwohl die Nutzung von Dashcams rechtlich umstritten ist, gibt es auch Ausführungen, die den aktuellen Empfehlungen des Verkehrsgerichtstages entsprechen. Außerdem gibt es auch inzwischen Apps, die dem Fahrer helfen, seinen Fahrstil zu beobachten und zu optimieren und hierüber ggf. sogar Versicherungsbeiträge zu sparen. Weitere interessante Apps für den Straßenverkehr finden Sie auch bei handytarife.de.

Vernetzung im Auto
© Sebastian Geisler

Vernetzung

Vor einigen Jahren war man noch froh, wenn man im Fahrzeug mit seinem Mobiltelefon per Bluetooth die fahrzeugeigenen Lautsprecher für die Freisprecheinrichtung nutzen konnte und vielleicht noch seine auf dem Mobiltelefon gespeicherte Lieblingsmusik hören konnte. Mit der fortschreitenden Vernetzung kommen nun auch mehr und mehr zusätzliche Smartphone-Features ins Auto. Mit Systemen wie Mirrorlink, IntelliLink, Apple CarPlay (für das iPhone) oder Android Auto (für das Android-Betriebssystem) lässt sich das Mobiltelefon über den fahrzeugeigenen Bildschirm bedienen und nutzen.

Die Entwicklung steht jedoch derzeit noch am Anfang und kein System hat sich bisher bei den Fahrzeugherstellern als Standard durchgesetzt. Außerdem arbeiten die Systeme noch nicht alle fehlerfrei und zum Teil wehren sich die Hersteller auch noch dagegen, Apps, die auf dem Handy laufen, einfach zur Nutzung auf dem Auto-Bildschirm freizugeben. Mag dies bei sozialen Netzwerken noch nachvollziehbar und sinnvoll sein, um die Ablenkung am Steuer zu verringern, so werden teilweise auch fremde Navigations-Apps gesperrt. Der Hintergrund ist ganz einfach: Wer Navigationssoftware auf dem Mobiltelefon hat, ordert sein Fahrzeug ohne das teure Navigationssystem ab Werk und gerade bei den Sonderausstattungen ist die Marge für die Autohersteller in der Regel besonders hoch.


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