Verkehrsrechtschutz

Für den Fall von eintretenden Streitigkeiten im Straßenverkehr und rund um das Auto hilft es eine Verkehrsrechtschutzversicherung zu haben. Der Umfang ist jedoch je nach Versicherung sehr unterschiedlich und so ist es ratsam, neben der nackten Zahl - dem Versicherungsbeitrag - vor allem die Leistungen zu vergleichen.



Verkehrsrechtsschutz
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Typische Leistungen

Eines der Haupteinsatzgebiete der Verkehrsrechtschutzversicherungen sind Unfallstreitigkeiten, also bei unklarer Schuldfrage bzw. bei Problemen mit der Klärung der Schuldfrage. Wenn man unverschuldet in einen Unfall verwickelt ist und dies unstrittig ist, dann werden die Anwaltskosten in der Regel von der gegnerischen Haftpflichtversicherung übernommen, so dass die eigene Versicherung nicht tätig werden muss. Verbunden mit einem Unfall ist häufig auch der Streit um eventuell zustehendes Schmerzensgeld, was häufig erst mit Einschaltung eines Anwaltes geklärt werden kann.

Ein weiteres typisches Gebiet der Verkehrsrechtschutz sind Fälle, in denen man mit einem Bußgeldbescheid nicht einverstanden ist, weil man z.B. Messfehler vermutet und sich dagegen wehren möchte. Gerade bei Fällen wie Führerscheinentzug, der zu existentiellen Problemen führen kann, wenn man beruflich auf den Führerschein angewiesen ist, wird häufig ein Rechtsanwalt in Anspruch genommen. Dieser kennt dann die entsprechenden Ansatzpunkte und Möglichkeiten zum Widerspruch. Auch wenn es mit anwaltlicher Unterstützung nicht gelingen sollte, dass das Verfahren eingestellt wird, so ist es bei „Ersttätern“ oftmals möglich, zugunsten einer  höheren Geldstrafe ein Fahrverbot zu reduzieren – auch hier kennt ein Anwalt aus seiner Erfahrung die realistischen Möglichkeiten.

Probleme und Streitigkeiten beim Autokauf, z.B. falls das neue Auto einen verschwiegenen Unfallschaden oder sonstige Mängel hat, gehören ebenfalls häufig zu den Fällen, in den die Verkehrrechtschutzversicherungen in Anspruch genommen werden. Ähnlich gelagert sind Streitigkeiten  mit der Werkstatt, wenn die Reparatur nicht zufriedenstellend durchgeführt wurde, sich Kratzer am Wagen befinden  oder sich auf einer zu hohen Rechnung zweifelhafte Posten wieder finden. Die Verkehrrechtschutzversicherung hilft auch bei Steuerstreitigkeiten rund um die Kfz-Steuer, für die seit 2014 nicht mehr die örtlichen Finanzämter zuständig sind, sondern das jeweilige Hauptzollamt.

Zu beachten ist, für wen der Versicherungsschutz überhaupt gilt. Deckt die Police lediglich den Versicherungsnehmer selbst ab oder sein Auto oder sogar mehrere Autos? Bei der DA-Direkt gilt der Versicherungsschutz beispielsweise nicht nur im eigenen Auto, sondern auch als Beifahrer (was z.B. bei der Durchsetzung von Schmerzensgeld im Falle eines Unfalls hilfreich sein kann), Fußgänger oder Radfahrer. Fallen Familienangehörige ebenfalls unter den Versicherungsschutz? In welchen Ländern gilt der Schutz? Die ADAC Verkehrs-Rechtschutzversicherung  stellt z.B. im Ausland auch eine Kaution bis 300.000 Euro als zinsloses Darlehen zur Verfügung um eine drohende Inhaftierung zu verhindern und organisiert und bezahlt in so einem Fall auch einen Dolmetscher.

Auch ohne ein eigenes Auto kann es sinnvoll sein, eine Verkehrsrechtschutzversicherung zu haben, z.B. wenn man häufig Mietwagen oder Carsharing Angebote, wie z.B. DriveNow  oder Car2go, nutzt.
Im Falle einer Deckungszusage übernimmt die Verkehrsrechtschutzversicherung Anwaltskosten, Gerichtskosten und Kosten für Sachverständige. Zu beachten ist, dass die Deckungssumme bei einigen Versicherungen begrenzt ist. Zur Vermeidung eines Gerichtsverfahrens wird von manchen Versicherungen auch ein Schlichtungsverfahren durch Mediator übernommen.

Typische Ausschlüsse

Bei Straftaten bzw. Vorsatz verweigern die meisten Versicherungen den Schutz. Beleidigungen im Straßenverkehr wie „Stinkefinger“ oder „Vogel“ zeigen wird meistens als Vorsatzdelikt angesehen, wo die Rechtschutzversicherer eine Deckungszusage, wenn überhaupt, nur unter dem Vorbehalt der Rückforderung, erteilen. Den  Fall, wenn man selbst gegen eine andere Person wegen Beleidigung vorgehen möchte, ist in den meisten Versicherungen ebenso wenig enthalten. Nur ganz wenige Versicherer geben eine Deckungszusage nur bei entsprechenden Erfolgsaussichten. Viele Versicherungen schließen aus Kostengründen - sonst müssten die Versicherungsbeiträge deutlich erhöht werden - Lappalien wie Verwarngelder wegen Falschparken grundsätzlich aus.

Tipps & Hinweise

Wenn bereits eine allgemeine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist, sollte man sich informieren, ob Verkehrsrechtschutz enthalten ist bzw. wie teuer es ist diese mit dazu zunehmen.

  • Oftmals ist es möglich die Verkehrs-Rechtschutz-Versicherung kostengünstig als zusätzlichen Baustein in der KFZ-Versicherung auszuwählen.
  • Wie bei allen Versicherungen sollte immer der genaue Umfang sorgfältig verglichen werden.
  • Es kann sinnvoll sein, eine Selbstbeteiligung (die typische Höhe beträgt 150 Euro) zu vereinbaren, um den Versicherungsbeitrag zu senken. In solchen Fällen bieten viele Versicherungen ein kostenloses Erstgespräch / Telefonat mit einem hauseigenen Anwalt an, nachdem man dann selbst abwägen kann, ob es sich lohnt den Gang zum Rechtsanwalt anzutreten oder nicht.
  • Die meisten Versicherungen haben zwar Vertragsanwälte, die sie ihrem Versicherungsnehmer empfehlen, überlassen ihrem Versicherungsnehmer jedoch die Wahl eines Anwaltes. Zu beachten ist, dass die Versicherungen nur die normalen, gesetzlich geregelten, Gebühren übernehmen. Falls der Anwalt eine höhere Vergütung verlangt, so ist die Differenz vom Versicherungsnehmer selbst zu zahlen.


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