Inspektion, TÜV-Hauptuntersuchung

Für die Fahrsicherheit ist der ordnungsgemäße technische Zustand eines Autos von großer Bedeutung. Die Überprüfung ist einerseits gesetzlich vorgeschrieben, andererseits gibt es verschiedene freiwillige Möglichkeiten und Intervalle, um sein KFZ fit und sicher für den Straßenverkehr zu machen.

Abschleppwagen
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Hauptuntersuchung (HU) & Abgasuntersuchung (AU)

Neuwagen müssen in Deutschland erstmalig nach 3 Jahren, danach alle 2 Jahre zur Hauptuntersuchung (HU). Ausnahmen gibt es z.B. für Taxi und Mietwagen, diese müssen jährlich zur Kontrolle. Die Abgasuntersuchung (AU) war früher zusätzlich fällig und erhielt eine eigene Plakette auf dem vorderen Kennzeichen. Inzwischen wurde sie in die Hauptuntersuchung integriert. Sie muss jedoch nicht gleichzeitig mit der Hauptuntersuchung gemacht werden, sondern kann bei einem zugelassenen Betrieb innerhalb einer bestimmten Frist (derzeit maximal ein Monat) vor der HU durchgeführt werden.

Der Fälligkeitstermin der nächsten Hauptuntersuchung steht im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1) sowie auf der oberen Plakette am hinteren Kennzeichen. Die Farbe der Plakette wechselt jährlich, zusätzlich ist die Jahreszahl aufgedruckt, der Monat der Fälligkeit ist oben angegeben. Sobald der Termin für die HU mehr als 2 Monate überzogen ist, wird im Falle einer Kontrolle ein Verwarngeld berechnet, ab 8 Monaten wird neben dem fälligen Bußgeld ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg eingetragen. Die HU verteuert sich außerdem um 20%, wenn sie mehr als 2 Monate verspätet erfolgt.

Die Hauptuntersuchung kann in den Niederlassungen der staatlich anerkannten Prüforganisationen (z.B. TÜV, Dekra, GTÜ, KÜS) durchgeführt werden. Außerdem bieten viele Werkstätten einen sogenannten Werkstatt - TÜV an. Dabei kommt ein Mitarbeiter einer Prüforganisation in die Werkstatt und führt die HU dort durch, der Umfang ist identisch. Der Vorteil für den Kunden ist, er muss nicht selbst dabei sein und warten, sondern kann das Auto vorher abgeben und anschließend wieder abholen. Außerdem bieten viele Werkstätten in diesem Zusammenhang eine vorherige Überprüfung der HU relevanten Punkte (und ggf. Reparatur) an, damit die Plakette direkt im ersten Anlauf erteilt wird. Diese zusätzliche Dienstleistung ist in der Werkstatt natürlich extra zu bezahlen. Sollte die HU nicht direkt bestanden werden, so muss eine kostenpflichtige Nachprüfung innerhalb eines Monats erfolgen, ansonsten muss die HU komplett neu durchgeführt werden. Bei besonders schwerwiegenden Mängeln kann das Auto bei der HU auch direkt stillgelegt werden.


Inspektion

Bei Inspektionen werden nicht nur sicherheitsrelevante Dinge geprüft, sondern das Auto wird auch gewartet, weshalb eine Inspektion oft auch als Wartung bezeichnet wird. Es gibt, je nach Laufleistung, kleine oder große Inspektionen oder eine Inspektion mit Zusatzarbeiten. Der Umfang variiert z.B. durch das Erneuern von Motoröl, was den Verschleiß am Motor mindert oder von anderen Verschleißteilen wie Luftfilter und Zündkerzen. Inspektionen sind in der Regel ausführlicher als eine Hauptuntersuchung, bei der Hauptuntersuchung wird beispielsweise überprüft, ob die Reifen ungleichmäßig abgelaufen sind, bei den Inspektionen wird zusätzlich der Luftdruck überprüft.

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Die Fälligkeit von Inspektionen obliegt den Angaben Autoherstellern und ist je nach Fahrzeug unterschiedlich. Meist gibt es vorgeschriebene feste Intervalle (Kilometer bzw. Alter), bei modernen Fahrzeugen ist dies teilweise auch von Fahrstrecken und Fahrstil abhängig und wird im Bordcomputer entsprechend angezeigt. Eine Vorschrift diese Intervalle einzuhalten gibt es seitens des Gesetzgebers nicht. Allerdings kann ein Fahrzeughersteller Garantieleistungen auf das Auto verweigern, wenn entsprechende Serviceintervalle nicht eingehalten wurden. Für Garantieansprüche unerheblich ist es mittlerweile, ob die Inspektion beim Vertragshändler, Vertragswerkstatt oder einer freien Werkstatt durchgeführt wurde. Im letzteren Fall muss der Kunde jedoch in der Lage sein, nachzuweisen, dass die Inspektion entsprechend dem Herstellerstandard durchgeführt wurde.

Sollte nach Ablauf der Garantie eine Reparatur fällig sein, so kann der Kunde immer noch auf Kulanz hoffen. Kulanz ist eine freiwillige Leistung des Herstellers und ist abhängig u.a. von Alter und Laufleistung des Fahrzeugs und von der Art der Reparatur. Es kann nicht schaden sich vorher in entsprechenden Internetforen zu erkundigen, ob die Reparatur ein bekanntes typisches Problem bei diesem Fahrzeug ist. Grundsätzlich läuft der Kulanzantrag über die Werkstatt, bei Unzufriedenheit hilft es manchmal auch direkt Kontakt mit der Kundenbetreuung des Herstellers aufzunehmen. Sollte das Fahrzeug nicht nach Herstellervorgabe und nicht durchgängig bei einem Vertragspartner der Marke gewartet worden sein, sind die Chancen auf Kulanz meist geringer.

 
Schnellcheck und Ölwechsel

Viele Werkstätten bieten je nach Jahreszeit zusätzliche Checks an, wie z.B. Frühjahrscheck, Urlaubscheck oder Wintercheck. Diese Checks haben dann einen speziellen, gegenüber Inspektionen reduzierten Umfang. Gerade Besitzer älterer Fahrzeuge, bei denen die Garantie bereits abgelaufen ist und bei denen Kulanz unwahrscheinlich ist, tendieren dazu ihr Auto nicht mehr nach Herstellervorschrift warten zu lassen. Oftmals lassen sie nur noch diese einfacheren Checks und einen Ölwechsel durchführen.

Ölwechsel sind imminent wichtig, um größere Schäden am Motor zu vermeiden. Früher hat man den Ölwechsel sogar oft noch selbst gemacht, inzwischen ist jedoch auch hier der Besuch einer Werkstatt oft die geeignetere Lösung. Doch auch hier kann der Kunde sich einbringen und dadurch sparen, denn insbesondere in Vertragswerkstätten ist der Aufschlag auf Motoröl häufig sehr hoch. Daher kann es sich lohnen, das Motoröl für den Ölwechsel im Internet zu kaufen. Einsparungen von bis zu 20 Euro pro Liter sind keine Seltenheit. Aber klären Sie vorher mit Ihrer Werkstatt ab, dass Sie das Motoröl selbst mitbringen dürfen und erkundigen Sie sich nach der benötigten Spezifikation.


Gebrauchtwagencheck

Beim Gebrauchtwagenkauf von Privatpersonen beim Autohändler gilt die gesetzliche Gewährleistung (von Sonderfällen wie Bastlerfahrzeugen oder Unfallwagen abgesehen). Es ist davon auszugehen, dass die Händler schon im eigenen Interesse vor dem Weiterverkauf das Fahrzeug einer technischen Überprüfung unterziehen. Viele Fahrzeughersteller haben spezielle Programme entwickelt, wie z.B. VW das Weltauto oder BMW Premium Selection, nach denen ihre Vertragshändler speziell, nach einem bestimmten Standard geprüfte Gebrauchtwagen anbieten.

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Beim Autokauf von Privat gibt es in der Regel keine Gewährleistung. Man kann sich vom Verkäufer Werkstattrechnungen und HU-Berichte zeigen lassen oder auch das Scheckheft überprüfen. Als Laie fällt eine genauere technische Übersicht und Prüfung z.B. auf Unfallschäden schwer. Um böse Überraschungen zu vermeiden, kann man das Fahrzeug beispielsweise in der Werkstatt des Vertrauens, gegen Gebühr und natürlich das Einverständnis des Verkäufers vorausgesetzt, überprüfen lassen. Außerdem bieten z.B. der ADAC, die Dekra, KÜS und Kfz-Sachverständige (auch vermittelt über einschlägige Webportale) spezielle Gebrauchtwagen-Checks an.

Nicht nur für den Käufer ist ein solcher Gebrauchtwagen-Check eine Überlegung wert, sondern auch für den Verkäufer, wie z.B. über den TÜV Auto Check, denn ein unabhängiger Check kann ein gutes, wertsteigerndes Argument beim Verkauf sein.


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