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Kfz-Versicherung: Haftpflicht, Teil- und Vollkasko

Unter dem Begriff der Kfz-Versicherung versteht man im Allgemeinen die Kfz-Haftpflichtversicherung, oft in Verbindung mit einer Vollkasko- oder Teilkasko-Versicherung. Was die Kfz-Haftpflicht abdeckt und wie sich die Vollkasko von der Teilkasko unterscheidet ist nicht nur wichtig beim Abschluss einer Kfz-Versicherung, sondern auch wenn man in einen Unfall verwickelt ist, um zu wissen, was einem zusteht.



Nachfolgend finden Sie einen Überblick hierzu sowie zu wichtigen Tarifkomponenten bzw. Optionen, die man erwägen sollte, je nach persönlichem Deckungsbedarf. Vor allem bei der Vollkasko und Teilkasko kann es große Unterschiede geben, zu denen sie auch weitere Tipps und Hinweise erhalten.

Kfz Versicherung
© Fotolia / fovito

Kfz-Haftpflicht

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland obligatorisch für alle Halter von Kraftfahrzeugen. Ohne den Nachweis einer Haftpflichtversicherung ist keine Zulassung eines Autos möglich. Dies erfolgt in Form der elektronischen Versicherungsbestätigung (eVB), die mittlerweile die früher nötige Doppelkarte abgelöst hat. Sollte der Beitrag für die Haftpflichtversicherung nicht gezahlt werden, wird dies von der Versicherung sehr schnell an die Zulassungsstelle gemeldet, die für die Stilllegung des Fahrzeugs sorgt.

Abgesehen von bestimmten wenigen Ausnahmen müssen alle Versicherer den Versicherungsnehmern eine Haftpflichtversicherung gewähren, Kaskoschutz können die Anbieter hingegen ablehnen. Dies kann z.B. bei besonders hochwertigen Fahrzeugen wie Oldtimern oder teuren Sportwagen der Fall sein.

Die Haftpflichtversicherung dient dem finanziellen Schutz von Unfallgeschädigten, vor allem geschädigten Dritten. Sie deckt meist eine hohe Summe ab, da Unfallschäden im Straßenverkehr auch schon mal in die Millionen gehen können, wenn teure Folgeschäden entstehen (z.B. schwerwiegende Verletzungen, größere Umweltschäden). Gesetzlich vorgeschrieben sind dabei als Mindestdeckungssumme 7,5 Millionen Euro für Personenschäden und 1,12 Millionen für Sachschäden. Auch in Fällen grober Fahrlässigkeit oder Trunkenheit am Steuer durch den Unfallverursacher übernimmt die Haftpflichtversicherung die Schäden des Unfallopfers. Dabei kann der Versicherer jedoch den Unfallverursacher bis zu einer Summe von 5.000 Euro in Regress nehmen. Alle anderen Autoversicherungen sind hingegen freiwillig. Zusätzlichen Schutz bieten die Kaskoversicherungen, Vollkasko und Teilkasko.


Vollkasko

Die Vollkaskoversicherung deckt bei einem selbstverursachten Unfall die Schäden am eigenen Auto ab. Außerdem zahlt sie, wenn der Unfallverursacher nicht feststellbar ist (Unfallflucht) sowie bei Vandalismus (.z.B. auch Dellen oder Kratzer am Auto). Allerdings ist es manchmal lohnenswert bei einem Schaden (insbesondere kleineren Schäden) die Vollkasko nicht in Anspruch zu nehmen, da man nach jedem Schaden, unabhängig von der Höhe des Schadens, in der Schadensklasse hochgestuft wird und einen höheren Versicherungsbeitrag zahlen muss. Die Vollkasko schließt auch die Leistungen der Teilkasko-Versicherung mit ein, deren Schadenabdeckung im nächsten Paragraph beschrieben wird.


Teilkasko

Die Teilkasko deckt Schäden ab, die auf äußere Einflüsse zurückzuführen sind. Hierzu zählen Glasschäden (z.B. durch Steinschlag), Diebstahl (des ganzen Fahrzeugs oder mit ihm festverbundener Teile), Explosionen/Brände, Unwetter und Wildschäden. Die Teilkaskoversicherung ist immer in der Vollkasko enthalten, sie kann jedoch auch alleine ohne eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden. Gerade wenn man bereits einen hohen Schadenfreiheitsrabatt in der Vollkasko hat, ist es oftmals ein Rechenexempel, ob eine Teilkasko wirklich günstiger ist als die Vollkasko-Variante, da bei der Teilkasko der Beitragssatz immer 100% beträgt, während er sich bei der Vollkasko nach der Anzahl der schadenfreien Jahre richtet. Teilkaskoschäden haben keinen Einfluss auf den Schadenfreiheitsrabatt, bei zu vielen Schäden kann es jedoch passieren, dass man sich eine neue Versicherung suchen muss.


Welcher Versicherungsschutz ist der Richtige?

Bei Neufahrzeugen oder jungen Gebrauchten (wie z.B. Jahreswagen) sowie bei finanzierten/geleasten Autos sollte immer die Vollkaskoversicherung gewählt werden. Bei älteren, nicht so wertvollen Fahrzeugen kann überlegt werden, ob die Teilkaskoversicherung oder nur die Haftpflichtversicherung reicht, da eventuell entstandener Schaden am eigenen Fahrzeug nicht so hoch ist bzw. verkraftet werden kann. Es gilt immer sorgfältig abzuwägen, ob sich die Ersparnis (durch Auslassen der Teil-/Kasko) wirklich lohnt, denn ein Schaden ist schnell passiert. Gerade wenn nur die Haftpflichtversicherung gewählt wird, sollte man sich immer bewusst sein, dass es jederzeit zum Totalverlust kommen kann. Im Falle eines selbstverursachten Unfalls mag das Auto, je nach Schaden, noch einen gewissen Restwert haben, bei einem Diebstahl ist schlimmstenfalls alles weg.


Versicherungsumfang und Optionen

Der Versicherungsumfang sollte immer genauestens verglichen werden, so bieten die Versicherungen oftmals selbst unterschiedliche Tarife an wie z.B. Basic, Basis oder Komfort, etc., die sich in speziellen Leistungsmerkmalen unterscheiden. Die Leistungen und Ausstattungen der Versicherungstarife sind auch immer eine Frage des persönlichen Bedarfs. Wenn man hier eine optimale Übereinstimmung findet, kann man einerseits Kosten sparen und gleichzeitig böse Überraschungen im Schadenfall vermeiden.

Kfz Versicherung Diebstahl
© Fotolia / eyetronic

Da bei der Haftpflichtversicherung die gesetzlichen Vorschriften greifen, gibt es hier bis auf einige Details weniger Unterschiede hinsichtlich der Versicherungs-Leistungen. Der wichtigste Faktor ist hier lediglich der Vergleich der Deckungssumme für Personen und Sachschäden. Hier bieten einige Versicherungsunternehmen wesentlich großzügigere Summen an als andere.

Bei der Kaskoversicherung liegt ein häufiger Unterschied in der Neuwertentschädigung bei Diebstahl oder Totalschaden. Bei vielen Tarifen bzw. Anbietern ist diese auf maximal 6 Monate, teilweise auch nur 3 Monate, begrenzt. Es gibt jedoch auch Versicherer bzw. Tarife, die eine Neuwertentschädigung bis zu 24 oder sogar 36 Monaten anbieten. Wenn das Fahrzeug geleast ist (aus diesem Grund bieten viele Leasinggesellschaften gleichzeitig auch eine entsprechende Versicherung an), sollte die Versicherung so gewählt werden, dass eine eventuelle Lücke („Gap“) zwischen Restwert und Wiederbeschaffungswert versichert ist. Bei besonders wertvollen Autos wie z.B. Oldtimer oder Youngtimer sollte in Rücksprache mit der Versicherung (manche Versicherungen möchten ein Wertgutachten nach einem bestimmten Standard bzw. einer bestimmten Sachverständigen-Organisation wie z.B. Classic-Data oder Schwacke) ein Wertgutachten gemacht werden und der Fahrzeugwert entsprechend versichert werden. Es kann vorkommen, dass der Beitrag durch den Versicherer daraufhin angepasst wird. Weitere Unterschiede findet man auch bei Leistungen für Mietwagen als Fahrersatz und ähnlichen Zusatzleistungen. Allerdings sind diese i.d.R. keine „Muss“-Optionen, die man bis ins letzte Detail recherchieren braucht.

In der Teilkaskoversicherung sollte beachtet werden, inwieweit Fahrzeugzubehör mitversichert ist. Ein häufiges Unterscheidungsmerkmal der Tarife ist hier die Summe bis zu der solches Zubehör versichert ist und ob der Zeitwert oder Neuwert erstattet wird. Die Vollkaskoversicherung zahlt in der Regel nicht bei grober Fahrlässigkeit (z.B. rote Ampel überfahren), in manchen Tarifen verzichtet der Versicherer jedoch auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit.  Egal in welchem Tarif, grundsätzlich ausgeschlossen ist die Zahlung der Kaskoversicherung bei schweren Verstößen wie Vorsatz oder Drogen / Alkohol am Steuer.


Weitere Leistungsunterschiede

Doch Kfz-Versicherungen sind generell recht teuer, so dass Kunden immer auf Einsparpotential achten sollten. Aber wenn man die wesentlichen Faktoren bei der Berechnung des Versicherungssatzes kennt, so kann man auch hier erheblich sparen. Denn kaum eine Versicherungsprämie wird anhand so vieler individueller Tarifmerkmale errechnet wie in der Kfz-Versicherung: Dazu zählen z.B. der Fahrzeugtyp, speziell der Wert des Gefährts, ob der Halter über eine Garage zum Unterstellen seines Wagens verfügt und ob er der alleinige Fahrer ist oder etwa andere Personen ebenfalls regelmäßig am Lenkrad sitzen. Auch die persönlichen Daten des Fahrzeughalters haben erheblichen Einfluss auf die Höhe der Versicherungsraten, ob also die Versicherung günstiger ist: Alter und Beruf gehen genauso in die Bewertung mit ein wie die Tatsache, ob in dem Haushalt auch Kinder leben. Schließlich spielen auch noch die geschätzte jährliche Kilometerleistung und der Wohnort eine wichtige Rolle in der Risikoeinschätzung der Versicherer. Diese Faktoren und deren Einfluss auf den Tarif wird im Kapitel zu Tarifmerkmalen genauer unter die Lupe genommen.
Auch eine rücksichtsvolle und unauffällige Fahrweise kann den Beitragswert beeinflussen. Gerade eine makellose Bilanz, die sich über Jahre erstreckt, macht bei den Versicherungsgesellschaften stets einen guten Eindruck. In anderen Ländern hat der Fahrstil sogar noch erheblichere Auswirkungen auf die Versicherungstarife als es in Deutschland bereits der Fall ist – so etwa in Großbritannien oder den USA, wo die ursprünglich freiwillige "How is my driving?" Kampagne inzwischen von verschiedenen Versicherern unterstützt und sogar durch besondere Rabatte belohnt wird.

Kfz Versicherung
© Fotolia / Bruce Shipee

Direktversicherer oder klassische Anbieter

In letzter Zeit werden auch Direktversicherungen immer populärer. Dabei verzichtet die Versicherungsgesellschaft auf eine Niederlassung in Form einer Geschäftsstelle oder eines Außendienstes und bietet für ihre Kunden nur noch einen Telefon- oder Online-Service an. Um von diesem Trend zu profitieren und nicht zu viele Kunden ganz zu verlieren haben auch viele alteingesessene Versicherer zwischenzeitlich reagiert und sind zusätzlich als Direktversicherer tätig. Der Vorteil ist eine schlankere Organisation, die Kosteneinsparungen ermöglicht, wodurch wiederum dem Verbraucher preisgünstigere Versicherungen angeboten werden können. Die Kosten für einen Vermittler oder Makler entfallen.
Verfügt der Kunde jedoch nicht über ausreichend Erfahrung in der Materie, so kann es schnell geschehen, dass er wichtige Passagen im dem oft sehr ausführlichen Kleingedruckten übersieht und später überrascht ist, wenn es um die Regulierung im Schadensfall geht und bestimmte Leistungen doch nicht eingeschlossen waren. Da lohnt es sich zu überlegen, ob der persönliche Ansprechpartner als „Person des Vertrauens“ nicht doch manchmal die bessere Lösung wäre. So haben Direktversicherer und klassische Versicherungen beide ihre Vor- und Nachteile, die es gilt abzuwägen. Eine erste Übersicht geben hier auch Kfz-Versicherungstarifrechner im Internet, wo Kunden die Leistungen verschiedener Anbieter und Tariftypen direkt gegenüberstellen und sich gleichzeitig einen Überblick zum Preisniveau verschaffen können.


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